Der Hammer Appell wurde 1991 im Sozialausschuss der Stadt Hamm unter dem Motto „Miteinander leben – Keine Chance für Intoleranz und Gewalt“ beschlossen und im Jahr 2000 mit der Gründung des Runden Tisches gegen Radikalismus und Gewalt neu belebt. Seither hat der Hammer Appell mit vielen Aktionen für das friedliche Miteinander der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen und für das gewaltfreie Zusammenleben der Menschen aus weit über 100 Nationen in der Großstadt Hamm geworben.

Der Hammer Appel hat folgenden Wortlaut:

Hammer Appell
Miteinander leben - keine Chance für Intoleranz und Gewalt

Wir, die Unterzeichner dieses Appells, sind uns einig, dass Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in unserer Stadt nicht geduldet werden können. Wir lehnen jede Form des politischen Extremismus ab und bekunden unsere Solidarität mit den in unserer Stadt lebenden Ausländern und Angehörigen von gesellschaftlichen Minderheiten.

In Deutschland werden Menschen ermordet, verletzt, angepöbelt, missachtet. Damit muss Schluss sein! Im Kampf gegen Rechtsradikale müssen alle Demokraten zusammenstehen. Wir schauen nicht weg, wenn kleine Gruppen zu Hass und Gewalt aufrufen, wenn Menschen anderer Hautfarbe oder anderen Glaubens beleidigt und bedroht werden oder wenn nazistische Propaganda verbreitet wird.

Ausländerfeinde sind Verfassungsfeinde, Gewalttäter sind Schwerstkriminelle. Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, aktiv zu werden und Zivilcourage zu zeigen. Bei dumpfen rechten Sprüchen nicht weghören, sondern widersprechen; bei Gewalt und konkreten Straftaten sofort Polizei und Justiz informieren! Den rechten Gewalttätern muss klar werden, dass sie nicht mit einer stillschweigenden Zustimmung für ihre Taten rechnen können.

Die übergroße Mehrheit der Hammer Bürgerinnen und Bürger lehnt jede Form von politischem Extremismus und Gewalt entschieden ab. Wir haben - bei allen Konflikten - in den vergangenen 50 Jahren friedlich miteinander gelebt. Das muss auch in Zukunft so bleiben! 

Beschlossen in der Sitzung des Sozialausschusses der Stadt Hamm am 19.11.1991.

Foto: © Hans Blossey